Grussworte
Eröffnungsrede zum 29. AKTX-Pflegesymposium im Rahmen des 34. DTG-Kongresses
Lara Marks:
Guten Morgen, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
mein Name ist Lara Marks, ich bin die 1. Vorsitzende des AKTX – Arbeitskreis Transplantationspflege – und ich darf Sie heute mit großer Freude und Dankbarkeit hier in Essen begrüßen.
Es ist ein besonderer Moment, gemeinsam mit Ihnen den 34. DTG-Kongress und 29. Pflegesymposium zu eröffnen – zum zweiten Mal dürfen wir Teil dieses bedeutenden Ereignisses sein.
Und jedes Mal spüren wir: Die Transplantationspflege ist nicht nur ein Fachgebiet – sie ist eine Herzensangelegenheit.
Seit unserer Gründung im Jahr 1999 durch engagierte Pflegefachkräfte hat sich unser Verein zu einer bundesweiten Stimme entwickelt.
Wir stehen für Kompetenz, Fürsorge und Verantwortung – und für die Menschen, deren Leben durch ein gespendetes Organ eine neue Richtung erhalten hat.
Unser Ziel war und ist es, Pflegefachkräfte weiterzubilden, zu vernetzen und gemeinsam dafür zu sorgen, dass transplantierte Patientinnen und Patienten bestmöglich versorgt werden.
Denn eine Transplantation ist kein einzelner Eingriff – sie ist ein lebenslanger Weg. Und dieser Weg gelingt nur, wenn alle Berufsgruppen Hand in Hand arbeiten – vom OP bis zur Nachsorgeambulanz, von der Reinigungskraft bis zum Operateur.
Wir setzen uns dafür ein, dass Transplantationspflege ein fester Bestandteil der Fort- und Weiterbildung wird – mit prüfungsrelevanten Inhalten, mit Anerkennung, mit Perspektive. Denn nur so können wir junge Pflegekräfte für dieses anspruchsvolle und erfüllende Feld begeistern.
Und auch hier gilt: Die Organspende muss Teil der Ausbildung sein. Sie muss gelebt, verstanden und vermittelt werden – von der Spendererkennung bis zur Organspende. Denn nur wer früh sensibilisiert wird, kann später kompetent handeln.
Besonders stolz sind wir auf unser Patientenedukationsprogramm, das durch erfahrene Pflegekräfte die Adhärenz stärkt und die Gesundheitskompetenz unserer Patientinnen und Patienten fördert.
Denn wer versteht, was mit ihm geschieht, wer sich sicher fühlt im Umgang mit seiner Erkrankung – der gewinnt Lebensqualität. Und das ist es, was zählt.
Ein großer Schritt auf diesem Weg ist die Zusammenarbeit mit Frau Vera Lux, Präsidentin des DBfK, die wir als Schirmherrin gewinnen konnten.
Gemeinsam möchten wir die Zertifizierung der Transplantationspflege in Deutschland vorantreiben – damit unsere Arbeit die Anerkennung erhält, die sie verdient.
Unser Ziel ist es, das „geschenkte Organ“ möglichst lange funktionsfähig zu halten – idealerweise bis zum Lebensende.
Wir wollen nicht nur das Überleben sichern, sondern das Leben bereichern – für die Betroffenen und ihre Familien.
Ich danke Ihnen von Herzen für Ihre Aufmerksamkeit – und übergebe nun das Wort an meinen Kollegen.
Dr. Georg Kippels, Parlamentarischer Staatssekretär Mitglied des Deutschen Bundestages
Heute beginnt das inzwischen 29. Pflegesymposium des Arbeitskreises Transplantationspflege e. V. in Essen.
Es ist mir ein persönliches Anliegen, meine Wertschätzung für Ihre wichtige Arbeit zum Ausdruck zu bringen. Ihr Symposium steht seit vielen Jahren für den intensiven Erfahrungs- und Informationsaustausch und trägt entscheidend dazu bei, die Transplantationspflege in Deutschland weiter zu professionalisieren und sichtbar zu machen. Erneut haben Sie ein spannendes Programm gestaltet, mit dem Sie aktuelle und zukunftsweisende Themen aufgreifen. Sie stellen den Ausbau des nationalen und internationalen Erfahrungs- und Informationsaustauschs ins Zentrum Ihres Symposiums und tragen so wesentlich dazu bei, Wissen und Kompetenz in dem herausfordernden Bereich der Transplantationsmedizin nicht nur auf einem aktuellen Stand zu halten, sondern auch fortlaufend weiterzuentwickeln.
Noch immer tritt die Bedeutung des Pflegeberufes -auch in der Transplantationsmedizin- in der öffentlichen Wahrnehmung allzu oft in den Hintergrund. Mit Ihrem Symposium begegnen Sie diesem Umstand. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, die Rolle der Pflegenden in der Transplantationsmedizin zu stärken, ihre Expertise weiterzuentwickeln und ihr Wissen in die Fachöffentlichkeit einzubringen. Dazu trägt neben der Arbeit Ihres Vereins jede einzelne Pflegefachkraft wesentlich bei. Sie sind ein unverzichtbares Bindeglied zwischen Patientinnen und Patienten, Angehörigen, Ärztinnen und Ärzten sowie den Transplantationszentren. Wie wichtig Ihre Arbeit ist und welch hoher Bedeutung Ihrem Berufsstand dabei zukommt, verdeutlichen uns die hohen Zahlen auf der Warteliste für ein Spenderorgan.
Besonders hervorheben möchte ich in diesem Zusammenhang Ihre Beteiligung an der Erarbeitung der S3-Leitlinie zur psychosozialen Diagnostik und Behandlung vor und nach einer Transplantation. Durch umfangreiche Erfahrungen und Kenntnisse über die sich immer weiter entwickelnden Standards haben Sie durch wertvolle Empfehlungen und Anleitungen für die Praxis zu dieser Leitlinie beigetragen. Mit Ihrer Expertise haben Sie auch in diesem Bereich ein klares Signal gesetzt: Pflegefachkräfte sind nicht nur wichtige Begleiterinnen und Begleiter, sondern Expertinnen und Experten, die ihr Wissen in evidenzbasierte Leitlinienarbeit einbringen und so die Versorgung von Patientinnen und Patienten auf höchstem Niveau sichern.
Sie, die Pflegenden, sind Botschafterinnen und Botschafter der Organspende – ob im Alltag der Kliniken, bei der Aufklärung in der Bevölkerung oder durch Ihre Beteiligung am Tag der Organspende. Sie tragen maßgeblich dazu bei, Vertrauen zu schaffen und das Thema Organspende in der Gesellschaft präsent zu halten und zu fördern.
Gleichzeitig müssen wir feststellen: Trotz der vielfältigen Anstrengungen ist es bisher nicht gelungen, die Zahl der Organspenden in Deutschland nachhaltig zu erhöhen. Die Wartezeiten auf ein Spenderorgan sind lang, und zu viele Menschen warten oft vergeblich auf ein lebensrettendes Organ.
Für das Bundesministerium für Gesundheit bleibt es ein zentrales Anliegen weiter daran zu arbeiten, die Situation für die Menschen auf der Warteliste zu verbessern und den Menschen eine Perspektive zu geben. Hierzu kann auch die geplante Reform im Bereich der Lebendorganspende beitragen, mit dem die Überkreuz-Lebendnierenspende ermöglicht und der Kreis der Organspenderinnen und -spender und Organempfängerinnen und -empfänger erweitert werden soll. Die geplante Reform wird auch Pflegefachkräfte in besonderer Weise betreffen. Sie werden noch stärker in Aufklärung, Begleitung und Nachsorge eingebunden – mit spezifischen Aufgaben und der Perspektive, die Versorgung der Patientinnen und Patienten weiter zu verbessern. Das AKTX-Pflegesymposium bietet die Möglichkeit, all diese Entwicklungen zu diskutieren, Wissen auszutauschen und Impulse für die Weiterentwicklung einer qualifizierten und hochprofessionellen Transplantationspflege zu setzen.
Abschließend erlaube ich mir einen Hinweis auf das Register für Erklärungen zur Organ- und Gewebespende. Wie Sie wissen, besteht seit 2024 die Möglichkeit, die eigene Spendebereitschaft dort zu registrieren, damit die Entnahmekrankenhäuser diese im Ernstfall zuverlässig elektronisch abrufen können. Wir alle leisten nicht nur mit der Registrierung unserer Erklärung zur Organspende dort einen wichtigen Beitrag, sondern auch, indem wir dieses Register weiter in unserem Umfeld und in der Öffentlichkeit bekannt machen.
Im Namen des Bundesministeriums für Gesundheit danke ich Ihnen für Ihr unermüdliches Engagement, Ihre Professionalität und Ihre Menschlichkeit. Sie leisten unverzichtbare Arbeit für die Transplantationsmedizin in Deutschland – und vor allem für die vielen Menschen, die auf ein neues Leben durch eine Transplantation hoffen.
Ich wünsche Ihnen ein erfolgreiches Symposium mit bereichernden Diskussionen. Seien Sie gewiss, dass Ihre Arbeit im Zentrum unseres gemeinsamen Anliegens steht: den Patientinnen und Patienten die bestmögliche Versorgung und neue Lebenschancen zu ermöglichen.